Stille, Regen, Karlschüttklamm: Ein Tag im Herzen der Steiermark
Eigentlich sollte es eine Bergtour werden. Doch noch bevor ich den ersten Kaffee in der Hand hielt, war der Plan bereits ins Wasser gefallen – buchstäblich. Der Wecker holte mich früh aus dem Schlaf, und das erste Geräusch danach war das leise, aber unaufhaltsame Trommeln von Regentropfen auf dem Fensterbrett.
Nach einem kurzen Check des Wetterradars wurde klar: Die Berge müssen warten. Doch stillhalten kam nicht in Frage – die Kamera griffbereit, die Regenjacke übergestreift, ging es kurzerhand los Richtung Norden. Ziel war die Karlschüttklamm – ein oft übersehenes, wildromantisches Naturschutzgebiet mitten in der Steiermark.
Der Weg durch den Wald war geprägt von einer eigentümlichen Ruhe. Der Nieselregen hüllte alles in einen feinen Schleier, das dichte Blattwerk schützte mich stellenweise, das Moos unter meinen Füßen sog jeden Schritt sanft auf. Es war, als hätte sich der Wald zurückgezogen in eine eigene Welt.
Unterwegs begegnete ich einem neugierigen Reh, das mich für einen Moment prüfend musterte, ehe es lautlos zwischen den Bäumen verschwand. Kurz darauf kreiste ein Falke über mir, wachsam, fast als ob er den einzigen Fremden in diesem stillen Tal im Blick behalten wollte.
Nach rund zwei Stunden machte ich mich wieder auf den Rückweg. Nass und zufrieden.






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